Architektur jenseits fester Raumgrenzen
Architektur beginnt dort, wo Raum über seine physischen Grenzen hinausgedacht wird. Das Innenraumkonzept dieser Wiener Wohnung erforscht die Beziehung zwischen Raum, Bewegung und menschlicher Wahrnehmung. Anstelle einer statischen Ordnung entsteht eine Architektur der Möglichkeiten – ein räumliches Gefüge, das sich den wechselnden Rhythmen des Lebens anpasst und seine Identität durch Transformation immer wieder neu definiert.
Im Zentrum des Entwurfs steht ein bewegliches Screensystem, das die räumliche Wahrnehmung und Nutzung auf unterschiedliche Weise verändert. Mal wird der Wohnraum zum privaten Kino, in dem Licht und Projektion eine neue Atmosphäre erzeugen. Mal verwandelt sich die Fläche in einen grosszügigen Spiegel, der Tanz, Bewegung und sportlichen Aktivitäten Raum gibt. Durch das Verschieben und Zusammenstellen der Elemente entstehen neue räumliche Konstellationen, in denen sich Grenzen auflösen, Proportionen verändern und das Verhältnis zwischen Nähe und Distanz neu gestaltet wird.
Auch die integrierten Einbaumöbel folgen dieser Idee der räumlichen Verwandlung. Sie lassen sich zusammenklappen und kompakt verstauen, sodass die Architektur ihre Offenheit zurückgewinnt und neue Nutzungen zulässt. Die Möblierung wird dabei nicht als unveränderlicher Bestandteil des Raumes verstanden, sondern als bewegliches Element einer lebendigen räumlichen Komposition.
So entsteht eine Architektur im Dialog mit dem Leben – zwischen Bewegung und Stille, Offenheit und Intimität, Beständigkeit und Veränderung. Der Raum ist nicht länger nur eine Hülle für festgelegte Funktionen, sondern eine wandelbare Landschaft menschlicher Aktivitäten. Seine Grenzen sind nicht endgültig, seine Nutzung nicht vorgeschrieben. Vielmehr entfaltet sich seine Identität durch die Menschen, die ihn bewohnen, und durch die unzähligen Möglichkeiten, die sie in ihm entdecken.